
Auf ins nordische Königreich! Hier finden alle „Gescheidhaferl“ und solche die es werden wollen, überraschende, nützliche und witzige Fakten für die Reise ins Land der Polarlichter.
Köttbullar kommen nicht aus Schweden.
Sie sind ein schwedisches Nationalgericht, stammen aber von den türkischen Köfte ab, das Rezept wurde von König Karl XII mitgebracht. Richtig ausgesprochen heißt es übrigens: Schöttbullar, wenn Deutsche Köttbuller sagen, haben Schweden einen Lachflash.
Hårt bröd / Knäckebröd – Knäckebrot ein haltbares, flaches und knupriges Brot meist aus Roggenvollkorn, mit und ohne Hefe oder Sauerteig. Früher war es rund, mit einem Loch in der Mitte und wurde auf Standen gesteckt und unter dem Dach gelagert. So konnte es weder schimmeln noch konnten die Mäuse es erreichen.
Lakritz mit Salz? Inalla fall! Schweden sind oft süchtig nach dem schwarzen Stoff. Statt süß liebt man hier die salzige und auch scharfe Variante. Etwas für Hardcorefans des Süßholzsaftes, aber probieren geht ja immer. Hatten die Wikinger bestimmt mit auf ihren Raubzügen.
Selma - Abnehmen war gestern: Dieses Hefebrötchen hat es in sich und ist ein süßer Traum. Fluffiger Hefeteig trifft cremiges Marzipan und nussige Schlagsahne. Immer eine Sünde wert!
Inget liv utan Fika – Kein Leben ohne Kaffeepause!
in Schweden liebt man Kaffe und trinkt ihn in rauhen Mengen. Zum Leben gehört unbedingt die ”Fika” man geht gemeinsam ins Cafe und nascht zum heißen ”braunen” Kanelbullar, Prinsesstårta oder Ostkaka, der berühmte Käsekuchen aus Smaland. Er wird traditionell mit Sahne und Erdbeeren verputzt.
Faulukorv – Die Sauna – und Kinderwurst: es handelt sich um eine Art große Fleischwurst, die gebraten oder heiß gemacht wird. Sie sättigte früher die Arbeiter in den Kupferminen, heute lieben sie die Kinder, zusammen mit Kartoffelbrei oder Nudeln. Gerne wird sie nach dem Saunagang verspeist- praktischerweise heiß gemacht auf dem Saunaofen.
Curry – und Bananenpizza: In Italien wird man dafür wahrscheinlich des Landes verwiesen, oder Schlimmeres, aber die Stockholmer lieben sie. Einfach mal testen – vielleicht ist man positiv überrascht.
Tunnbrödskulle – Hot dog auf Schwedisch : Hier wird die Wurst in ein flaches Brot eingerollt, zusammen mit Kartoffelpüree, Senf, Gurke und Röstzwiebel. Nur Mut! Uns hat´s geschmeckt und man ist definitiv satt!
Janssons frestelse - Janssons Versuchung: Daran geht in Schweden kein Weg vorbei! Irgendein Jansson muss von diesem in ein in ganz Schweden beliebten Auflauf völlig behext gewesen sein. Das Nationalgericht wird, wird aus Kartoffeln, Zwiebeln, Anchovisfilets und Sahne zubereitet. Zum Julfest ein „Must-have“.
Matjestårta - Schwedische Heringstorte
Mittsommer feiern heißt Hering essen!
DIe herzhafte Matjestårta sieht auf den ersten Blick wie eine bunt verzierte Cheesecake aus, ist aber es ist ein leckerer Kartoffel-Heringssalat mit Kräutern und Gemüse, auf einem Brotboden. Die herzhafte Torte wird mit einem kunstvollen, bunten Topping serviert.
„Torsdagssoppa“ & Pannkaka
Donnerstagssuppe und süße Pfannkuchen an jedem Donnerstag zu essen ein liebgewonnenes Ritual, das sich seit Jahrhunderten hält. Ein alter Fastenbrauch, der sich großer Beliebtheit in Schweden erfreut. Die Pfannkuchen sind mit Marmelade gefüllt und werden mit Schlagsahne vernascht.
Julbord – Das schwedische Weihnachtsfestbuffet ist ein üppiges Mal und der Höhepunkt zum Julfest: Gemeinsam an der reichlich gedeckten Weihnachtstafel sitzen, stundenlang essen, trinken, reden und dann um den Baum tanzen. Zum Glück lassen sich die Köstlichkeiten gut vorbereiten und meistens bleibt für die weiteren Feiertage noch genug übrig, um nicht kochen zu müssen: Ein prima Konzept!
Zur Begrüßung der Familie und Freunden gibt es Glögg und Pfefferkuchen. Auf das Julbord gehören unbedingt eingelegte Heringe in vielen Varianten, gebeizter Lachs, dazu Weihnachtsschinken -Julskinka, Fleischbällchen -Köttbulla, "Janssons Versuchung" und Rote-Bete-Salat. Unverzichtbar ist der Milchreis - Risgrynsgröt und süßes Gebäck wie Lussekatter - Safranbrötchen und Pepparkakor Pfefferkuchen zum Nachtisch. Dazu darf ein Schnaps und ein starker Kaffee nicht fehlen.
Chilli aus Schweden - Skånsk Chili - Schwedische Hotsaucen in Schweden mag man Gerichte aus Lateinamerika und liebt es „hot & spicy“. Für alle die es scharf und würzig lieben empfehle ich: Chili Yellow Trinidad Scorpion Inferno Hotsauce. Ein Hammer! Auch die anderen Soßen des schwedischen Soßenwunders sind fantastisch, man bekommt sie im Internet. (Nein, ich bekomme kein Geld für die Werbung. 😊)
Partyeinladung? - „Bölkstoff“ wird mitgebracht! Alkohol ist in Schweden sehr teuer, deshalb ist es Sitte, dass der Gast geistige Getränke mitbringt.
Fluchen auf schwedisch: Das geht mit „Fy fan!“ Was „Pfui Teufel“ heißt, oder mit „skit“, was man nicht übersetzten muss.
Zu Besuch? Schuhe aus! Man zieht IMMER und ungefragt die Schuhe aus, wenn man eine Wohnung betritt.
„Fick“ – ist ganz normal: Es heißt „bekommen“ – und kann es laut und öffentlich aussprechen, ohne sich zu genieren.
Uuupss..Handy nutzen im Auto? In Schweden kein Problem! Wenn die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt. Aber unter uns: Wir lassen es lieber sein.
Duzen? Aber immer doch! Die Anrede „Sie“ gilt nur für die Königsfamilie, ob Kellner, Professor oder Polizist- es wird immer „geduzt“.
Midsommer – Das wichtigste Fest in Schweden! Es wird draußen gespeist, um den Maibaum getanzt und das Froschlied gesungen, dabei machen alle mit, egal wie alt man ist.
Valborg – Walpurgisnacht: Die christliche Missionierung war nicht so ganz erfolgreich im Norden, deshalb wird „Beltain“ (bei uns Walpurgisnacht) bis heute gefeiert. Ein altes Fruchtbarkeitsfest zum Beginn des Frühlings. Gefeiert wird mit Feuerwerk, großen Feuern und Grillpartys mit viel Alkohol.
Lucia – Fest ist am 13. Dez. Gefeiert wird die christliche Heilige Lucia und die baldige Rückkehr des Lichts am Julabend, die Wintersonnenwende. Ein Chor in weißen Gewändern aus jungen Mädchen singt das Lucia Lied. Ein Mädchen verkörpert die Lucia und trägt einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Ein unverzichtbares Ritual und für Schweden eine unverzichtbare Erinnerung an die Kindheit.
Achtung „Knüller“ – so heißt in Deutschland ein Joghurt oder eine tolle Sache wird so genannt, aber in Schweden heißt „knulla“ „schnackseln“ oder auf norddeutsch: „poppen“. Also nicht erzählen, dass Schweden als Urlaubsland ein Knüller ist.
Das Dala – Pferd ist ein rotes Holzpferd, das aus der Provinz Dalarna stammt und dort schon vor 150 Jahren im Winter als Spielzeug geschnitzt wurde. Heute ist es DAS Symbol für bäuerliche Handwerkskunst und ist pur schwedisch. Besonders zu Weihnachten geht’s nicht ohne Dalahäst. Und in Deutschland haben wir ja das schöne Lied: „Da hat das rote Pferd..“ 😊
„Uns Astrid“ – Sie wird in Schweden geliebt und in Deutschland. Ihre Geschichten verbinden Generationen und Nationen. Astrid Lindgren wurde 1999 zur „Schwedin des Jahrhunderts“ ernannt. 1949 erschien „Pippi Langstrumpf“- in der damaligen Zeit war eine Hauptfigur wie Pippi eigentlich unmöglich: Frech, stark und autark, als Mädchen ein „No GO“ in dieser noch sehr autoritären Zeit kurz nach dem Krieg.
Selma und ihr Nils – Der Lausejunge Nils Holgerson wird wegen seiner bösen Streiche von einem Wichtelmännchen auf Wichtelgröße geschrumpft und reist mit Gänserich Martin und einer Wildgänseschar nach Lappland. Abenteuer pur auf weißen Schwingen durch ganz Schweden.
Die Tomte - Hauswichtel wohnen mit auf dem Anwesen und beschützen alle Bewohner, besonders die Tiere. An Heiligabend bekommen sie eine Schüssel Milchreis aufgestellt, als Dank für ihren Segen und Schutz.
Findus und Petterson – Sven Nordqvist begeistert auf aller Welt die Kleinen mit seinen kuscheligen Bilderbüchern vom alten Pettersson und seinem sprechenden Katerchen Findus, der viel Unfug im Kopf hat.
Schwedische Ostern: Hier verkleiden sich die Kinder als Hexen und bitten an den Haustüren um Süßigkeiten. Geschmückt werden die Häuser mit Zweigen die mit bunten Federn und Ostereiern verziert sind. Na dann: Glad pask! (Frohe Ostern)